Fünftes Prozessmanagementforum an der Fachhochschule Kiel

Sich im vorweihnachtlichen Trubel zu Recht zu finden vermag für den einen oder anderen genauso schwierig zu sein wie sich im Dschungel der zahlreichen Methoden zum Prozessmanagement zu orientieren. Genau darüber diskutierten engagiert und humorvoll etwa 200 Unternehmensvertreter, Studierende und Hochschulvertreter am 21. Dezember über Projekte und Prozesse im Unternehmen. Der Umgang mit kritischen Situationen war nur ein Thema beim fünften Kieler Prozessmanagementforum an der Fachhochschule Kiel. Organisiert wurde das Forum von der DiWiSH-Fachgruppe Projektmanagement und der Kieler Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM). Angesichts der Fülle der derzeit eingesetzten Methoden, Tools und Techniken rund um das Projekt- und Prozessmanagement sollte die Veranstaltung Licht in den „Dschungel der Methodenvielfalt“ bringen. Das Veranstaltungskonzept setzte hierzu wie in den Vorjahren auf einen Mix aus Expertenvorträgen, Demonstrationen studentischer „Young Research“-Teams und der Möglichkeit des Wissensaustausches und der Vernetzung der Teilnehmer untereinander. Im Ergebnis wurden zielführende Entscheidungshilfen für ein zukunftsorientiertes Prozessmanagement geboten. Die Partner Die Kieler DiWiSH- bzw. GPM-Fachgruppe setzte auch im Jahr 2012 ihren Kooperationskurs mit bewährten und neuen Partnern fort: Fachhochschule Kiel, Gesellschaft für Informatik (GI e.V.), Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ e.V.), VDI und REFA-Verband Nordwest, Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) Region Kiel, VDE Schleswig-Holstein und mit der Gesellschaft für Organisation e.V. (gfo) sowie dem EU-Projekt „Wissensmarkt WIN-VIN“. Keynote von Prof. Dr. Franz Heeg und Patrick Kirwan Nach dem Grußwort des Präsidenten der Kieler Fachhochschule Prof. Dr. Udo Beer folgten hochkarätige Keynotes von Patrick Kirwan von der Frankfurter Dependance des Software Engineering Institute (SEI) zum Thema CMMI und von Prof. Dr. Franz Heeg zum ganzheitlichen Prozessmanagement. Praxiserprobte Lösungsansätze in verschiedenen Themenblöcken In den drei anschließenden Themenblöcken „Modellierung, Visualisierung und Integration von Prozessen“, „Prozessmanagement - krisensicher und regelkonform“ sowie „Personal und Führung - innovative Konzepte“ wurden den Teilnehmern neben Präsentationen aus dem wissenschaftlichen Umfeld (Prof. Dr. Stephan Schneider von der FH Kiel und Prof. Dr. Hartmut Binner aus Hannover) auch praxiserprobte Lösungsansätze verschiedener norddeutscher Unternehmen geboten. Young-Research Team-Präsentationen Höhepunkt der Veranstaltung waren die Präsentationen der Young Research-Teams. Sieben studentische Gruppen präsentierten eigene Prozessverbesserungsideen - von Computern, die sich beim Betreten des Gebäudes selbstständig anschalten bis hin zu einem Programm zur automatischen Abwicklung von Krankmeldungen. „just one“ gewinnt das Publikums-Voting Bei dem Publikums-Voting lag das Team „just one“ vorn. Dennis Bauer, Patrick Becher, Dirk Paulsen und Torben Schäfer überzeugten mit ihrer Idee und einer aufwendigen Präsentation. Die vier Studenten hatten ein Logo entworfen, Flyer und Plakate gedruckt und sogar Kekse in Smartphone-Form gebacken. Sie bieten eine Lösung für Geschäftsleute, die neben ihrem Computer im Büro noch ein Smartphone, mindestens ein Vortragsnotebook und noch weitere Endgeräte besitzen. Dabei ist der Team-Name Programm: „Just one“ möchte alle diese Geräte durch ein einziges Tablet ersetzen, das mit einem zentralen Server verbunden ist. „So bräuchte jeder Mitarbeiter nur noch ein einziges mobiles Gerät“, erklärte Dirk Paulsen. „Wir haben sehr unterschiedliche Reaktionen von Unverständnis bis Begeisterung erlebt“, berichtete Patrick Becher und fügte hinzu: „Es gibt ein großes Unternehmen, das an der Umsetzung unserer Idee interessiert ist!“ Mehr mochte er noch nicht verraten. Professionelles Auftreten der Studierenden Auf Unternehmensseite kamen alle studentischen Ideen gut an. Dr. Andreas Hojka von der Vater Unternehmensgruppe lobte: „Die Studierenden haben sich professionell präsentiert und ihre Ideen gut vermarktet.“ Das Siegerteam gab sich bescheiden: „Alle Ideen waren gut – letztendlich hat wahrscheinlich unser Marketingaufwand die Entscheidung gebracht.“ Die Jungs von „just one“ freuen sich über den REFA-Award, der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen wurde. Aktive Förderung durch Veranstaltungen „Wir haben uns sehr über den regen Austausch aller Teilnehmergruppen gefreut - von Keynote-Speakern über Business Professionals bis hin zu Nachwuchskräften. Es hat sich gezeigt, dass wir mit diesem Veranstaltungskonzept die Themen Prozessinnovationen und branchenübergreifende Vernetzung hier in Schleswig-Holstein aktiv fördern können“, so Professorin Dr. Doris Weßels als Leiterin der DiWiSH-Fachgruppe Projektmanagement.

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