Erweiterte Realität für den Katastrophenfall

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen müssen Mitarbeiter in Krisenstäben schnell und angemessen handeln. Prof. Moreen Heine von der Universität zu Lübeck erforscht in einem Verbundprojekt wie Augmented Reality in der Weiterbildung helfen kann. Bei dem Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geht es um die Bewältigung von Großschadenslagen mit Augmented Reality (AR). Die Universität zu Lübeck ist mit der Professur für E-Government und Open Data Ecosystems beteiligt. Die Lübecker Beiträge werden im Joint Innovation Lab (JIL) im Hochschulstadtteil erarbeitet.


Foto: Uni Lübeck, BU: Prof. Moreen Heine trägt eine AR-Brille. Sie forscht an der Universität zu Lübeck.
 
Am 1. September 2019 startete das Verbundprojekt, das sich mit der beruflichen Weiterbildung mit AR in den Bereichen Katastrophenschutz und ziviler Sicherheit beschäftigt.  Im JIL werden die Konzepte für die Nutzung von AR erarbeitet und Modelle erstellt, die als Brücke zwischen fachlichen Anforderungen und Systementwicklung wirken.
 
Ziel des Projekts ist es, Führungskräfte in Verwaltungen für den Umgang in Krisensituationen fachlich und methodisch zu schulen, indem Krisenstabsszenarien in einer mobilen 3D-Umgebung simuliert werden. Im Fokus stehen Überschwemmungen und Erdrutsche. In dieser 3D-Umgebung wird zusätzlich AR eingesetzt, um individuell relevante Information je nach Phase, konkreter Aufgabe im Krisenstab und Lernbedürfnissen darzustellen.  Dieser Ansatz soll helfen, die Einsatzszenarien realitätsnah erfahrbar und räumliche Implikationen von Naturkatastrophen begreifbar zu machen, aber gleichzeitig auch typische Handlungsoptionen zu trainieren. Die Integration von Storytelling und 360°-Visualisierung intensiviert die Immersion und die authentische Wirkung der Simulation hochgradig komplexer sozialer Settings. Wichtige Komponenten der Weiterbildung beinhalten Fertigkeiten der Selbstorganisation, Lernfähigkeit und Umweltwahrnehmung.
 
Die Leitung des Projekts, das vom BMBF mit rund 1,4 Mio. Euro gefördert wird, liegt bei der Universität Potsdam mit dem 3D-Labor der Geowissenschaften und der Professur für Kognitive Wissenschaften. Weitere Partner sind die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und die UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam. Assoziierte Partner kommen aus den Bereichen Hochwasserschutz, AR-Entwicklung und Geoinformation. Auch die Anwenderseite ist über mehrere Verwaltungen, die Aufgaben im Katastrophenschutz wahrnehmen, eingebunden.
 
Prof. Dr. Moreen Heine sagt zum Start des Projekts: „Im Ernstfall ist es ausschlaggebend, Strukturen, Abläufe und die eigenen Aufgaben in der Stabsarbeit genau zu kennen. AR ist eine vielversprechende Möglichkeit, diese Kenntnisse während der Übungen zu vermitteln und außerdem die Folgen der zu treffenden Entscheidungen darzustellen. Perspektivisch sind auch Einsatzszenarien während und nach eines Katastrophenfalls denkbar. Das Projekt bringt ein tolles Konsortium zusammen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“
 

Kontakt

Elena Vogt
Stellvertr. Pressesprecherin
Universität zu Lübeck
Stabsstelle Kommunikation
Tel.: 0451 3101 0876

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