Hochleistungsrechnen und EuroHPC-Initiative

Das EU-Gemeinschaftsunternehmen für High Performance Computing (EuroHPC) hat am Donnerstag seine ersten Ausschreibungen zur Finanzierung von Forschungs- und Innovationsaktivitäten mit Hochleistungsrechnern (Supercomputern) im Volumen von insgesamt 190 Mio. Euro veröffentlicht. Der Fokus liegt auf der Entwicklung wesentlicher Technologien für Hochleistungs-Computerhardware und -software, die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Ingenieurwesen bei der innovativen Nutzung von HPC und der Einrichtung von HPC-Kompetenzzentren in allen am EuroHPC teilnehmenden Ländern (darunter DE).

Es sind diese zwei Linien ausgeschrieben:


Towards Extreme Scale Technologies and Applications (deadline: 14.01.2020)

  1. Extreme scale computing and data driven technologies
  2. HPC and data centric environments and application platforms
  3. Industrial software codes for extreme scale computing environments and applications und


Innovating and Widening the HPC use and skills base (deadline: 14.11.2019)

  1. HPC Competence Centres
  2. Stimulating the innovation potential of SMEs

 

Zur Ausschreibung 2019 siehe https://eurohpc-ju.europa.eu/participate.html
Zur PM KOM siehe https://ec.europa.eu/germany/news/20190729-supercomputer_de
Siehe anbei auch das Factsheet der KOM zu Hochleistungsrechnern.

 

Hintergrund:


1.Supercomputer:

Im technischen Wettlauf mit Ländern wie China, den USA oder Japan hat EuroHPC Anfang Juni 2019 acht Zentren für Supercomputer in der EU ausgewählt und dort Hochleistungsrechner angeschafft: Drei Vor-Exa-Supercomputer (mehr als 150 Petaflops oder 150 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde), die zu den fünf Besten der Welt gehören sollen, und fünf Peta-Supercomputer (die mindestens 4 Petaflops oder 4 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde schaffen). Die Standorte befinden sich in Sofia (Bulgarien), Ostrau (Tschechische Republik), Kajaani (Finnland), Bologna (Italien), Bissen (Luxemburg), Minho (Portugal), Maribor (Slowenien) und Barcelona (Spanien). Die ersten Rechenzentren sollen ab Mitte 2020 hochfahren und durch ein Highspeed-Netzwerk miteinander verbunden sein. Sie sollen in der Lage sein, riesige Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten und über 800 wissenschaftliche und industrielle Anwendungsbereiche mit Rechenpower zu versorgen.


2. Finanzierung

Die Kommission hat vorgeschlagen, das Gemeinsame Unternehmen im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den Zeitraum 2021-2027 als Teil des Programms „Digitales Europa“ fortzuführen, das zusätzliche Mittel von 2,7 Mrd. Euro für den Bereich des Hochleistungsrechnens vorsieht. Auch das Rahmenprogramm „Horizont Europa“ umfasst Mittel für die Forschungs- und Innovationstätigkeiten des Gemeinsamen Unternehmens. Mit diesen zusätzlichen Ressourcen soll das Gemeinsame Unternehmen bis 2023 mindestens ein auf europäischer Technik beruhendes Exa-System bereitstellen und den Einsatz von Betriebssystemen durch die Vergabe öffentlicher Aufträge für Exa-Systeme und Post-Exa-Systeme unterstützen, indem auch Lösungen anderer Initiativen, wie der FET-Leitinitiative zu Quantentechnologien (siehe http://europa.eu/rapid/press-release_IP-18-6205_de.htm), eingebunden werden.

3. Bedeutung für den digitalen Binnenmarkt

Das Hochleistungsrechnen birgt mit Blick auf den digitalen Binnenmarkt großes Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Gemeinsame Unternehmen wird den Zugang der europäischen Industrie und insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen zu Supercomputern verbessern, damit sie innovative Produkte entwickeln können. Hochleistungsrechner können riesige Datenmengen in Echtzeit verarbeiten und bilden dadurch die Grundlage für den Aufbau einer lebendigen Datenwirtschaft und eines integrierten Ökosystems für Exa-Supercomputer und Massendatenverarbeitung, das die EU in die Lage versetzen wird, den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen. Gleichzeitig werden ein hoher Datenschutz und ein hohes Sicherheitsniveau gewahrt. Die EuroHPC-Infrastruktur wird dafür sorgen, dass sensible Daten in Europa verarbeitet werden können und die Privatsphäre, das Eigentum sowie die Zugriffs- und Nutzungsrechte in Europa verbleiben und geschützt werden.

 

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