Sieben DiWiSH-Mitglieder bringen Open Source in Schleswig-Holsteins Verwaltung und Gesellschaft
Das Land Schleswig-Holstein finanziert im Landesprogramm Offene Innovation 15 weitere Open-Source-Lösungen für öffentliche Einrichtungen, Bildungsträger und gemeinnützige Organisationen. Dafür stellt es knapp drei Millionen Euro bereit. Am 6. Oktober unterzeichneten die Projektteams im Haus B der Landesregierung ihre Verträge, im Beisein von Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei Dirk Schrödter. Sieben DiWiSH-Mitglieder sind als Umsetzungspartner oder Projektträger dabei: adesso, B310 Digital, HoloNative, ITV.SH, KielRegion, PROGEEK und Viakom. Sie sind an neun der 15 Projekte beteiligt.
Das Programm
Der DigitalHub.SH hat den Call for Concepts in diesem Jahr zum dritten Mal gestartet. Es gingen 67 Projektideen aus ganz Schleswig-Holstein ein, besonders viele aus dem sozialen Bereich. Eine Fachjury wählte nach Praxisrelevanz, Skalierbarkeit und Nachnutzbarkeit aus. Neben neuen Lösungen werden auch bestehende Open-Source-Anwendungen weiterentwickelt. Die Umsetzung beginnt gegen Ende des Jahres und wird vom DigitalHub.SH begleitet. Am Ende wird der Quellcode in der Schleswig-Holstein-Gruppe auf opencode.de veröffentlicht.
„Wir sehen, dass wir mit dem Programm zum Umdenken bewegen: Organisationen erleben, dass sie ihre Digitalisierung selbst gestalten können und dass es sich lohnt, Lösungen gemeinsam zu denken. Die Projekte bringen Akteure zusammen, die ähnliche Herausforderungen haben. Daraus entstehen neue Kooperationen und Ideen“, erklärt Alexander Rosenthal, Projektleiter des DigitalHub.SH.
Projekte mit DiWiSH-Mitgliedern
- Zeiterfassung Chrondo: Das Institut für berufliche Aus- und Fortbildung (IBAF) entwickelt die bestehende Software mit dem DiWiSH-Mitglied PROGEEK (Flensburg) zu einer modularen Plattform weiter. Ein Pluginsystem ermöglicht branchenspezifische Erweiterungen, zunächst ein digitales Klassenbuch für geförderte Bildungsmaßnahmen. Baupläne und Firmware für kostengünstige Erfassungsterminals erscheinen als Open Hardware.
- Lagebild für Feuerwehren: Firemon 112 e.V. und das DiWiSH-Mitglied Viakom (Handewitt) erweitern die Plattform Firemon112 um eine digitale Lagekarte. Sie funktioniert auch ohne Internet- oder Mobilfunkverbindung und gleicht Daten später automatisch ab.
- Begleitung nach dem Klinikaufenthalt (SEAL): Die Diakonie Nord Nord Ost in Holstein und Viakom entwickeln eine Anwendung. Sie begleitet Kinder und Jugendliche während und nach einem stationären psychiatrischen Aufenthalt, inklusive Akuthilfe-Modus. Sie wird partizipativ mit Jugendlichen entwickelt.
- Athletiktraining für Vereine: Der Handballverband Schleswig-Holstein und das DiWiSH-Mitglied B310 Digital (Kiel) öffnen die bereits entwickelte Trainingsplattform für weitere Sportarten. Trainer*innen können künftig eigene Pläne erstellen.
- Friesisch hören (tekst tuwais): Die Ferring Stiftung und B310 Digital ergänzen das Übersetzungswerkzeug Fering Auersaater um eine offene Sprachausgabe für Föhrer Friesisch. Die Methode soll anderen Sprachgemeinschaften als Vorlage dienen.
- Unterstützung nach belastenden Einsätzen (EIKE): Der Deutsche Fachverband für Psychosoziale Notfallversorgung und das DiWiSH-Mitglied HoloNative (Kiel) entwickeln die App weiter. Sie bietet Einsatzkräften Übungen und Strategien zur Stressbewältigung sowie einen geschützten Kontakt zum Notfallversorgungsteam.
- Krebsnachsorge: Das Universitäre Cancer Center Schleswig-Holstein, der UKSH Campus Lübeck, die Techniker Krankenkasse und das DiWiSH-Mitglied adesso (Kiel) entwickeln eine offene Landesplattform mit individuellem Nachsorgeplan. Sie soll Kliniken, Praxen und Patient*innen vernetzen.
- Sicher kommunizieren (Matrix): Das DiWiSH-Mitglied ITV.SH erweitert seine Vernetzungs- und Kollaborationsplattform gemeinsam mit der wechange eG um eine föderierte Kommunikationslösung. Organisationen betreiben eigene Server und kommunizieren trotzdem miteinander, auch mit optionaler Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
- Ausstattung gemeinsam nutzen: Die KielRegion GmbH, ebenfalls DiWiSH-Mitglied, erweitert mit der wechange eG die Community-Plattform MokWi um eine integrierte Ressourcenbuchung für Räume und Ausstattung.
Weitere geförderte Projekte
Weitere Projekte entstehen für Frauenhäuser (Initiativgruppe Frauenhaus Kiel), Tierheime (Tierschutzverein Flensburg), die Frühen Hilfen (Stadt Flensburg), die Terminfindung über Nextcloud-Instanzen (WandelGut), Archive und Sammlungen sowie die barrierefreie Berichtssoftware für die Teilhabeberatung (ZSL Nord). Alle Projekte sind auf digitalhub.sh zu finden.
Herzlichen Glückwunsch an alle Teams! Wir freuen uns riesig auf die Ergebnisse!