Nachbericht Fachgruppe IT-Security: Aus- und Weiterbildung in der Cybersecurity – Wie bilden wir die Fachkräfte von morgen?
Wie können Hochschulen und Unternehmen gemeinsam dafür sorgen, dass Absolventinnen und Absolventen optimal auf die Anforderungen der Cybersecurity-Praxis vorbereitet werden? Dieser Frage widmete sich das Kooperationsevent der HAW und der DiWiSH-Fachgruppe IT-Security, welches im Anschluss an den erstmals veranstalteten „Fachtag Didaktik in der Cybersicherheit“ stattfand.
Der Fachtag brachte Lehrende nahezu aller Hochschulen Schleswig-Holsteins zusammen und schuf eine wertvolle Grundlage für den anschließenden Austausch zwischen Hochschullehre und Wirtschaft. Im Mittelpunkt des Termins stand dabei die Frage, welche Kompetenzen Unternehmen heute und künftig von Nachwuchskräften im Bereich Cybersecurity erwarten.
Hochschulen präsentieren regionale Studienangebote und Kooperationsmöglichkeiten
Zum Auftakt stellten die beteiligten Hochschulen ihre Studiengänge und Angebote im Bereich IT-Sicherheit vor. Darüber hinaus wurden konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Unternehmen aufgezeigt, etwa durch Praxisprojekte, Gastvorträge, Abschlussarbeiten oder gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Die Übersicht der vorgestellten Studiengänge und Kooperationsmöglichkeiten finden Sie hier:

Welche Skills sucht die Wirtschaft?
In der anschließenden Diskussion bestand Einigkeit darüber, dass ein solides technisches und wirtschaftliches Fundament auch künftig unverzichtbar bleibt. Dazu gehören neben IT- und Security-Kompetenzen insbesondere auch wirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse, etwa das Verständnis von Unternehmensprozessen und regulatorischen Anforderungen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu einer Schlüsselkompetenz wird. Dabei geht es weniger um die reine Nutzung einzelner KI-Tools als vielmehr um die Fähigkeit, die Chancen und Grenzen von KI zu verstehen, KI zielführend in Arbeitsprozesse zu integrieren, deren Ergebnisse fachlich einzuordnen und kritisch zu bewerten.
Eine Herausforderung besteht darin, dass Studierende zwar häufig bereits mit KI-Anwendungen vertraut sind, jedoch oft noch das notwendige Erfahrungswissen fehlt, um diese zielgerichtet einzusetzen. Genau dieses Erfahrungswissen entsteht meist erst durch praktische Anwendung in realen Projekten und Arbeitssituationen.
Vor diesem Hintergrund diskutierten die Teilnehmenden auch die Frage, welches technische Domänenwissen Hochschulen künftig weiterhin vermitteln müssen und welche Inhalte angesichts der Möglichkeiten von KI möglicherweise neu gewichtet werden sollten.
Darüber hinaus wurden weitere Entwicklungen diskutiert, die Hochschulen und Unternehmen gleichermaßen beschäftigen. Die Teilnehmenden berichteten z.B. von sinkenden Konzentrationsspannen bei Studierenden. Gleichzeitig gewinnen Soft Skills, klassische Kommunikationskompetenzen oder Abstraktions- und Transferkompetenz weiter an Bedeutung, um komplexe Zusammenhänge zu erfassen und Wissen auf neue Anwendungsfälle übertragen zu können.
Praxisbezug als entscheidender Faktor
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass praxisnahe Formate eine zentrale Rolle bei der Kompetenzvermittlung spielen.
Als besonders wertvoll wurden genannt:
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Praxisprojekte mit Unternehmen und Studierenden
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Gastvorträge und reale Fallbeispiele von Expertinnen und Experten aus der Wirtschaft
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Möglichkeiten, praktische Erfahrungen mit Cybersecurity- und KI-Anwendungen zu sammeln
Gerade im Bereich IT-Sicherheit besteht nämlich eine besondere Herausforderung: Viele sicherheitsrelevante Vorfälle werden von Unternehmen verständlicherweise nicht öffentlich diskutiert, Daten können nicht offen geteilt werden. Umso wichtiger ist es, Wege für einen vertrauensvollen Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Hochschulen zu schaffen.
Wirtschaft und Hochschulen gemeinsam in der Verantwortung
Die zentrale Botschaft der Veranstaltung lautete daher: Unternehmen können und sollten sich aktiv in die Ausbildung künftiger Cybersecurity-Fachkräfte einbringen.
Ob durch Praxisprojekte, Gastvorträge, Abschlussarbeiten oder langfristige Hochschulkooperationen: Der Austausch mit der Praxis hilft Studierenden, Anforderungen und Arbeitsrealität frühzeitig kennenzulernen. Gleichzeitig erhalten Unternehmen die Möglichkeit, zukünftige Talente kennenzulernen und die Entwicklung dringend benötigter Fachkräfte aktiv mitzugestalten.