Folding@home

Verteiltes Rechnen gegen Corona

Viele Menschen stellen sich die Frage: was kann ich in der aktuellen Situation Sinnvolles tun? In welcher Weise kann ich dazu beitragen, die Folgen der globalen Krise zu begrenzen? Was hilft bei der Bekämpfung von COVID-19?

Die Antworten darauf sind vielschichtig. Und sie münden in einer erstaunlichen Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft, in Initiativen und Aktionen. Auch DiWiSH und die Unternehmen der Digitalen Wirtschaft in Schleswig-Holstein möchten ihren Teil beisteuern. Weil wir technologie- und innovationsgetrieben sind, haben wir verschiedene Optionen im Kontext der Digitalisierung abgewogen. Nun haben wir etwas ausgewählt, von dem wir nicht nur glauben, dass es zu uns passt, sondern von dem wir sicher sind, dass es wirklich nützlich ist.

Wir unterstützen daher das Projekt Folding@home und rufen dazu auf, sich unserem Team #249919 anzuschließen. Gemeinsam spenden wir Rechenkapazität und beteiligen uns am sogenannten Distributed Computing gegen das Coronavirus.


Was ist Folding@home?

Vor fast 20 Jahren wurde an der Stanford University eine Software entwickelt, um die Rechenleistung einer verteilten Infrastruktur aus einzelnen PCs zu nutzen. Das vorrangige Ziel ist dabei eine Simulation der sogenannten Proteinfaltung, also eine Ermittlung dreidimensionaler Strukturen für die medizinische Forschung und die Suche nach wirksamen Medikamenten.

Durch das Internet gelang es über die Jahre, viele Tausende Einzelrechner anzuschließen und mit Arbeitseinheiten (Work Units) zu versorgen. Diese werden im Hintergrund ausgeführt, z.B. wenn man nicht an seinem PC arbeitet. Ergebnisse übermittelt das System dann zurück an eine zentrale Datenbank und fügt sie dort zu einer Gesamtsimulation zusammen. Viele kennen dieses Konzept von SETI@home, bei dem es um die Suche nach außerirdischem Leben geht.


Simulation von SARS-CoV-2

Seit Anfang März konzentriert sich Folding@home neben der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs, Ebola oder Alzheimer auf das neuartige Coronavirus. Dadurch hat das Projekt in kurzer Zeit die Anzahl der teilnehmenden Rechner massiv erhöhen können. Es ist aber noch ein gutes Stück von seinem Ziel entfernt, eine Million aktive Installationen zu erreichen. Aber bereits jetzt leistet es mehr 470 PetaFLOPs und übertrifft damit die kombinierte Leistung der sieben schnellsten Supercomputer auf dem Planeten.

Was kann man also selber tun, um Rechenleistung zu spenden? Ganz einfach, man lädt sich die Client-Software von https://foldingathome.org/start-folding/ für sein Betriebssystem herunter und meldet sich damit am Zentralserver an. Das kann man ganz anonym oder mit einem Benutzernamen. Besonders reizvoll ist die Partizipation in einem Team, mit dem dann eine gemeinschaftliche Statistik der abgeschlossenen Arbeitseinheiten geführt wird. Dazu trägt man die Team Number in das vorgesehene Feld, im Falle von DiWiSH also 249919 (siehe Screenshot).

Die Software läuft im Hintergrund mit der jeweils gewünschten Intensität und kann jederzeit pausiert werden. Durch eine Web-Konsole erhält man einerseits Kontrolle über den Prozess und andererseits eine Auswertung der bereits geleisteten Rechenarbeit. Es gibt natürlich auch ein Ranking der fleißigsten „Folder“.

Positives Feedback aus dem Ministerium

Dr. Thilo Rohlfs, Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit und Technologie, wirbt ebenfalls für die Idee des Folding@home und ruft Unternehmen sowie natürliche Personen dazu auf, ihren Teil zur Erforschung und Bekämpfung des Corona-Virus beizutragen. Zudem klärt der Technologie-Staatssekretär über die aktuellen Förderprogramme auf und fasst überblickend Effekte der Digitalwirtschaft zusammen.


Mitmachen und helfen

Auf geht‘s! Lasst uns jetzt unsere Computer zu nützlichen Werkzeugen im Kampf gegen die Pandemie aufrüsten. Wenn alle ein Stückchen Rechenleistung abgeben, retten wir damit vielleicht Leben. Weitere Infos finden sich unter https://foldingathome.org/.


Kontakt

Lars Müller
Vorstand DiWiSH e.V.
E-Mail: mueller@diwish.de

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