Landesprogramm offene Innovation: Schleswig-Holstein braucht eure Entwicklungen
Schleswig-Holstein befindet sich mitten in der Umsetzung seiner Digitalstrategie: weg von proprietären Abhängigkeiten und steigenden Lizenzkosten, hin zu mehr digitaler Souveränität mit Open Source. Das ist nicht „gegen“ Digitalunternehmen gerichtet – im Gegenteil. Es verschiebt vor allem den Fokus im Geschäftsmodell: Statt standardisierter Lizenzprodukte rücken angepasste Lösungen, langfristige Partnerschaften sowie tragfähige Service- und Betriebskonzepte stärker in den Mittelpunkt.
Für Digitalunternehmen entsteht dadurch eine klare Chance: Die öffentliche Hand braucht weiterhin hohe Umsetzungskompetenz, nur anders organisiert. Gesucht sind Unternehmen, die konkrete Probleme lösen, Open Source verstanden haben und sich als Teil einer Community verstehen. Genau hier setzt das Landesprogramm Offene Innovation an. Es verbindet Bedarfe aus der Praxis mit Umsetzungspartnern aus der Digitalwirtschaft und finanziert die Entwicklung innovativer Open-Source-Lösungen. Der Ablauf ist bewusst pragmatisch:
- Eine öffentliche Einrichtung (Verwaltung oder gemeinnütziger Verein) definiert ihren Bedarf und die Idee einer digitalen Lösung.
- Ein Digitalunternehmen stellt sicher, dass die Lösung machbar und innovativ entwickelt werden kann.
- Die öffentliche Einrichtung reicht die Idee ein und sichert bei Erfolg die Finanzierung über das Land.
- Der DigitalHub.SH unterstützt bei Bedarf bei der Vermittlung und gibt Orientierung im weiteren Prozess.
Für Unternehmen bedeutet das: Ihr könnt im Call for Concepts Herausforderungen identifizieren, die zu eurer Expertise passen und gemeinsam mit der jeweiligen Organisation das Konzept von Anfang an passend aufstellen. Bei erfolgreichen Einreichungen übernimmt das Land am Ende die vollen Entwicklungskosten. Die Lösung muss im Anschluss als Open Source veröffentlicht werden und kann von weiteren Organisationen nachgenutzt werden. Genau daraus entsteht für euch ein skalierbare Geschäftsmodell: Betrieb, Support, Weiterentwicklung, Schulung und Anpassung über mehrere Nutzerorganisationen hinweg.
Das Landesprogramm ist damit mehr als ein Zuschuss zu innovativen Entwicklungen im Land: Es ist ein strukturierter Weg, um finanzierte Entwicklung mit nachhaltiger Skalierung in einem wachsenden Open-Source-Public-Sector-Markt zu verbinden – aus Schleswig-Holstein heraus, mit Perspektive für weitere Regionen.
So funktioniert der Call for Concepts für Digitalunternehmen:
1) Bedarfe werden ermittelt: Öffentliche Einrichtungen formulieren konkrete digitale Herausforderungen.
2) Partnerschaft entstehen: Die öffentliche Einrichtung sucht aktiv einen Umsetzungspartner und nimmt Kontakt auf (oder umgekehrt).
3) Gemeinsame Einreichung & Arbeitsphase: Erst wenn Partner + Idee stehen, wird die Idee in Form einer Projektskizze über die öffentliche Seite eingereicht und in einer zweiten Runde weiter ausgearbeitet.
5) Finanzierung der Entwicklung: Bei dem erfolgreichen Durchlauf von zwei Bewertungsrunden übernimmt das Land die vollen Entwicklungskosten.
6) Open Source & Skalierung: Veröffentlichung als Open Source ermöglicht Nachnutzung.
Werdet Teil der Community: Bringt eure Skills dort ein, wo echte Probleme gelöst werden müssen, und positioniert euch als verlässlicher Open-Source-Partner für den Public Sector in Schleswig-Holstein.
Die Einreichungsphase läuft bis zum 28. April. Ihr habt Fragen? Am 5. Februar veranstaltet der DigitalHub.SH eine kurze Info-Session in Form eines Webinars. Wir stellen das Programm vor und geben Einblicke in alle Aspekte der Teilnahme.