Rückblick: Erstes Fachgruppentreffen Open Source
Am 10. Februar fand die erste öffentliche Veranstaltung der Fachgruppe Open Source im KITZ - Kieler Innovations- und Technologiezentrum statt. Über 40 Teilnehmende aus Wirtschaft, Verwaltung und IT kamen zusammen, um sich über die Herausforderungen rund um Geschäftsmodelle und Transformationsstrategien im Open-Source-Umfeld auszutauschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen drei praxisnahe Vorträge mit unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema:
Tim Schlotfeldt (Dataport): Geschäftsmodelle zwischen Open Core, Dual Licensing und LTS
Tim Schlotfeldt (Dataport) eröffnete die Veranstaltung mit einem fundierten Überblick zu Geschäftsmodellen im Open-Source-Umfeld. Er stellte die Unterschiede zu proprietären Vermarktungsansätzen heraus, beleuchtete den Wandel von klassischen Alleinstellungsmerkmalen hin zu offenen Ökosystemen und zeigte auf, welche etablierten Modelle sich in der Praxis rund um Open-Source-Software entwickelt haben – von Open Core über Doppellizenzierung bis hin zu Support- und LTS-Strategien.
Matti Nannt (Formbricks): Open-Source-Startup aufbauen – „Build in Public“ und Community als Wachstumstreiber
Anschließend gab Matti Nannt, Gründer von Formbricks, einen praxisnahen Einblick in den Aufbau eines Open-Source-Startups. Anhand der Entwicklung des eigenen Unternehmens zeigte er, wie aus einer Idee durch „Build in Public“, Community-Traction und eine klare Lizenz- sowie Geschäftsmodellstrategie ein wachsendes Unternehmen entstehen kann. Dabei zeigte sich, dass die Entwicklung eines Startups im Open-Source-Bereich zwar in vielen Punkten klassischen Modellen ähnelt, die eigentliche Herausforderung jedoch darin liegt, die zentrale Rolle der Community mit den Anforderungen an Skalierung und ein tragfähiges Geschäftsmodell in Einklang zu bringen.
Runi Hammer (meedio): Strategiewechsel von proprietär zu Open Source – Chancen für den europäischen Markt
Zum Abschluss schilderte Runi Hammer Gründer von meedio den strategischen Wandel seiner Videokonferenzlösung von einem proprietären hin zu einem Open-Source-Modell. Er erläuterte die technischen, organisatorischen und marktseitigen Beweggründe, die ihn dazu bewegt haben, seine Investoren von der Richtigkeit des Schrittes zu überzeugen und zeigte auf, welche neuen Handlungsspielräume sich dadurch insbesondere im europäischen Umfeld für sein Unternehmen ergeben haben. Open Source sei dabei nicht nur ein Lizenzmodell, sondern ein kooperativer Ansatz, um Innovation, Transparenz und digitale Souveränität zu stärken und müsste auch als solcher Kunden erklärt werden. Abschließend betonte er die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit in Europa, um offene Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln und nachhaltig am Markt zu etablieren.
Neben den Vorträgen bot das Treffen ausreichend Raum für Diskussionen und Networking. Die offene Atmosphäre, die gute Teilnehmerzahl und der intensive Austausch unter den Teilnehmenden unterstrichen die Relevanz des Themas für die Region und gleichermaßen die Relevanz sich weiter zu dem Thema inhaltlich auszutauschen und gemeinsam zu agieren.
Wir danken allen Referenten für ihre wertvollen Impulse sowie allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch und freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen der Fachgruppe Open Source. Im Sinne einer weiterhin guten Zusammenarbeit organisiert sich die Fachgruppe daher bewusst in einem Matrix-Kanal und mit einer Nextcloud zum unmittelbaren Austausch und freut sich über weitere Interessen, die sich als Teil der Open-Source-Wirtschaft in Schleswig-Holstein begreifen.
Mitmachen: So kommt ihr in den Matrix-Kanal
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