Künstliche Intelligenz in öffentlichen Verwaltungen

Zwei DiWiSH-Mitglieder entwickeln digitale Lernangebote für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in öffentlichen Verwaltungen. Das Vorhaben der Universität zu Lübeck und der MACH AG, das am 1. August startet und auf ein Jahr angelegt ist, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Die Arbeiten finden im gemeinsamen Joint Innovation Lab (JIL) im Hochschulstadtteil Lübeck statt.

Die Leitung des Projekts haben Prof. Dr. Moreen Heine, Professorin für E-Government und Open Data Systems am Institut für Multimediale und Interaktive Systeme der Universität, und Jan Hedtfeld, Leiter Innovation bei der MACH AG. Die Staatskanzlei Schleswig-Holstein sowie die Fachhochschule für Verwaltung und Dienstleistung (FHVD) in Altenholz und Reinfeld mit ihrem Kompetenzzentrum für Verwaltungsmanagement (KOMMA) beteiligen sich als assoziierte Partner.

KI-Systeme werden in vielfältigen Lebensbereichen konzipiert, erprobt und eingesetzt – so auch im öffentlichen Sektor. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist ein kompetenter Umgang mit Künstlicher Intelligenz – auch und gerade in den verschiedenen KI-Anwendungsbereichen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert in Kooperation mit dem Stifterverband und weiteren Partnern digitale Lernangebote, die auf der Plattform KI-Campus zur Verfügung gestellt werden. Dazu gab es einen Ideenwettbewerb mit 137 Bewerbungen, von denen 14 zur Förderung ausgewählt wurden – darunter auch das Projekt „KI in öffentlichen Verwaltungen“ (KIÖV) an der Universität zu Lübeck.

Das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme erarbeitet in Kooperation mit der MACH AG sogenannte Learning Nuggets, also kleine Lerneinheiten, die sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Verwaltungen, in Unternehmen mit E-Government-Fokus, an Studierende sowie an die Adressaten von Verwaltungsleistungen (z.B. Bürgerinnen und Bürger) richten. Es werden unter anderem digitale Lerneinheiten zu KI-Einsatzszenarien, zu den juristischen Rahmenbedingungen, zur Erklärbarkeit von KI und zur Interaktion zwischen Mensch und KI-System erarbeitet.

Die Plattform KI-Campus stellt die Lernenden in den Mittelpunkt der Angebote. Alle Lerneinheiten und die genutzten Technologien folgen dem Prinzip der Offenheit von Ressourcen und Quellcodes. Ziel ist die Entwicklung abwechslungsreicher KI-Lernangebote mit großer Reichweite, die auf die Rahmenbedingungen im öffentlichen Sektor und die Vorkenntnisse der Lernenden abgestimmt sind. Auf diese Weise können notwendige Kompetenzen im Umgang mit und der Gestaltung von KI-Anwendungen in öffentlichen Verwaltungen entwickelt werden.

Prof. Dr. Moreen Heine sagte anlässlich der Förderzusage des Bundesministeriums: „Der Bedarf an KI-Kompetenz wächst in allen Branchen. Auch im öffentlichen Sektor ist es ideal, wenn Verwaltungsexpertise und Kenntnisse zu den KI-Anwendungsoptionen und zu grundlegenden Technologien und Rahmenbedingungen aufeinandertreffen. Verwaltungen, die selbst über KI-Kompetenzen verfügen, sind besser in der Lage, Anforderungen an KI-Systeme zu formulieren und so deren Einsatz mitzugestalten. Die Lernangebote, die wir in KIÖV entwickeln werden, sind dafür ein wichtiger Baustein.“

Jan Hedtfeld, Leiter Innovation bei der MACH AG, sagte: „Das ist ein schöner Erfolg für das Joint Innovation Lab und zeigt, wie relevant das Thema KI auch für die öffentliche Verwaltung ist. Ich freue mich darauf, mit hochkarätigen Partnern die verschiedenen Aspekte der Künstlichen Intelligenz für die Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter verständlich zu erklären.“

 

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