Nachbericht Meetup Frauen@DiWiSH. Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalwirtschaft
Wie schaffen wir mehr Sichtbarkeit für Frauen in der Digitalwirtschaft? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen beim jüngsten Meetup der Fachgruppe Frauen@DiWISH. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur der Austausch über bestehende Herausforderungen, sondern vor allem die Entwicklung konkreter Maßnahmen, um mehr Frauen als Expertinnen, Speakerinnen und Vorbilder für die Branche sichtbar zu machen.
Ideen für mehr Sichtbarkeit entstehen aus der Community
Aus den Diskussionen der Teilnehmerinnen sind deshalb mehrere Ideen entstanden, die in den kommenden Monaten innerhalb der Fachgruppe weiter konkretisiert werden sollen.
Idee: Plattform für regionale weibliche Digital Role Model & Bildungsakteure
Ziel ist es, authentische Vorbilder aus der regionalen Digitalwirtschaft sichtbarer zu machen und Bildungsakteuren den Zugang zu passenden Ansprechpartnerinnen deutlich zu erleichtern.
In Schleswig-Holstein gibt es bereits zahlreiche engagierte und inspirierende Frauen aus der Digitalwirtschaft. Gleichzeitig fehlt Schulen, MINT-Initiativen, Veranstaltern oder Berufsorientierungsprojekten oft ein schneller Zugang zu passende Role Models. Hier könnte eine zentrale Vermittlungsplattform ansetzen: Frauen aus der Branche hinterlegen ein Profil mit ihrem beruflichen Hintergrund, ihren Themenfeldern und Interesse an möglichen Einsatzformaten. Interessierte Akteure können gezielt nach passenden Role Models suchen und Anfragen stellen.
Dabei soll bewusst die Vielfalt der Digitalwirtschaft sichtbar werden. Neben erfahrenen Führungskräften und Gründerinnen könnten beispielsweise auch Entwicklerinnen, KI-Expertinnen, IT-Sicherheitsspezialistinnen, Auszubildende, Studentinnen oder Quereinsteigerinnen Teil des Netzwerks werden. Denn gerade nahbare Vorbilder mit unterschiedlichen Lebens- und Karrierewegen können jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen.
Idee: Speakerinnen Lab
Ebenfalls positiv aufgenommen wurde die Idee eines sogenannten Speakerinnen Labs. Das Format soll Frauen dabei unterstützen und ermutigen, ihr Fachwissen stärker auf Konferenzen, Meetups und Branchenveranstaltungen einzubringen.
Inhalte des Labs könnten beispielsweise die Entwicklung eines eigenen Vortragsthemas, Bühnenpräsenz, Storytelling, der Umgang mit Nervosität sowie der bewusste Schritt aus der persönlichen Komfortzone sein.
Die beim Meetup entwickelten Ideen setzen dort an, wo Sichtbarkeit konkret gefördert werden kann. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die Frage, warum Sichtbarkeit für Frauen häufig mit anderen Herausforderungen verbunden ist als für Männer. Dieser Frage geht die Teilnehmerin der Fachgruppe und Psychologin Dr. Astrid Gulba im nachfolgenden Gastbeitrag nach.
Du möchtest dich in der Fachgruppe Frauen@DiWiSH engagieren oder an einer konkreten Idee mitarbeiten? Dann freuen wir uns über deine Kontaktaufnahme und den Beitritt zu unserer LinkedIn Gruppe.
Gastbeitrag: Ein psychologischer Blick auf die Sichtbarkeit von Frauen
Von Dr. Astrid Gulba, Dreigradnord – Agentur für neue Blickwinkel

Dr. Astrid Gulba ist promovierte Psychologin und Eignungsdiagnostikerin. Sie begleitet Frauen in MINT-Berufen dabei, ihre Stärken zu erkennen, Hindernisse zu bewältigen und in Männerdomänen so sichtbar zu werden, wie es zu ihnen passt. Männlich geprägte Systeme kennt sie aus Unternehmensberatung und Wissenschaft, Brüche und Neuanfänge aus eigener Erfahrung. Ihr Ziel: nachhaltige berufliche Zufriedenheit für Frauen.
Frauen und Sichtbarkeit: Welche Herausforderungen stellen sich?
Warum werden Frauen zu wenig wahrgenommen? Ein psychologischer Blick auf die Sichtbarkeit von Frauen