NextGenDigital: KI verändert die Jobs – diese Skills bleiben gefragt
Wie verändert Künstliche Intelligenz die digitale Arbeitswelt und was bedeutet das für den Berufseinstieg? Bei NextGenDigital am 3. November 2026 in den Media Docks Lübeck standen genau diese Fragen im Mittelpunkt. Rund 40 Studierende, Absolvent*innen und Berufseinsteiger*innen bekamen wertvolle Praxiseinblicke aus der Wirtschaft, wie durch KI die IT-Berufe im Wandel sind und welche Kompetenzen uns dabei zukunftssicher machen.
KI kann vieles – aber nicht alles Menschliche ersetzen
Sabine Wojcieszak von getNext IT zeigte in ihrem Vortrag „KI kann alles – außer Human: Kompetenzen, die uns zukunftssicher machen“, worauf es in einer zunehmend von KI geprägten Arbeitswelt ankommt. Zwar kann KI Menschen unterstützen und ihre Möglichkeiten erweitern – gleichzeitig wächst aber die Bedeutung menschlicher Fähigkeiten. Denn KI-Ergebnisse müssen eingeordnet, hinterfragt und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Dafür braucht es kritisches Denken, Fachwissen, Analyse- und Recherchekompetenz sowie die Fähigkeit, gute Fragen zu stellen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.
Besonders für Studierende hatte Sabine wertvolle Impulse: Wer sich auf den Berufseinstieg vorbereitet, sollte nicht nur möglichst viele KI-Tools kennen, sondern vor allem ein solides fachliches Fundament aufbauen. Wichtig ist, Informationen kritisch zu prüfen, Zusammenhänge zu verstehen und eigene Entscheidungen treffen zu können. Auch Kommunikationsfähigkeit wird immer relevanter – etwa um Gedanken klar zu strukturieren, gute Prompts zu formulieren, Kontext zu vermitteln, zuzuhören und Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln. Dazu kommen Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Werte und Authentizität. Ihre zentrale Botschaft: „Deine wichtigsten Assets in KI-Zeiten sind Human Skills!“
Fabian Schmidt von MELTING MIND richtete den Blick auf den Wandel der IT-Berufe. Seine Einschätzung: Der Einstieg in die Softwareentwicklung verändert sich, klassische Junior-Aufgaben werden weniger. Das bedeutet, weniger einfache Tickets abarbeiten, lange zuschauen und Wissen sammeln – stattdessen früh mit am echten Kundenprojekt arbeiten, KI als Lernhilfe nutzen und vermehrt prüfen und erklären statt abtippen. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten, beispielsweise durch KI-gestützte Entwicklung und eigene Softwarelösungen. Gefragt sind künftig vor allem Menschen, die Probleme verstehen, gute Aufträge formulieren, Ergebnisse der KI kritisch prüfen und Verantwortung übernehmen können.
Sein Fazit: IT-Berufe verschwinden nicht – sie ziehen um. Zukünftig braucht es in der Softwareentwicklung: Kopf, Neugier und Verantwortung. Die Angst kann weg.
Er ermutigte die Teilnehmenden, sich auch neben dem Studium viel mit KI auseinanderzusetzen, in dem beispielsweise mit KI etwas für den Verein oder die Familie gebaut wird. Ebenso riet er für den Berufseinstieg Meetups, Praktika, DiWiSH-Veranstaltungen und Branchenevents wie den IT4Business Digital Summit oder auch die Woche der KI Lübeck wahrzunehmen zum Weiterbilden und Vernetzen.
Die beiden Impulse machten deutlich: Wer die digitale Arbeitswelt von morgen mitgestalten möchte, braucht neben technischem Verständnis vor allem Neugier, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, kritisch zu hinterfragen.
Wie groß das Interesse an diesen Themen und am persönlichen Austausch ist, zeigte sich auch im Anschluss an das Programm. Beim Netzwerken nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Eindrücke zu teilen, Fragen zu vertiefen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde deutlich: Es braucht mehr solcher Formate, die Nachwuchskräfte mit Unternehmen und Expert*innen aus der Digitalwirtschaft zusammenbringen und so Orientierung in einer Arbeitswelt im Wandel bieten.
Neben den fachlichen Einblicken bot NextGenDigital also auch eine gute Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Vielen Dank an Sabine Wojcieszak und Fabian Schmidt für die spannenden Perspektiven und an alle Teilnehmenden für den Austausch!